„Ihre Farbwechsel, Ecken und Kanten komponieren Menschsein direkt in derarthemis-die-gefaehrtin-oel-auf-lwd-97x145cm-2015
Momentaufnahme auf die Leinwand. Um zu ertasten, wie viele Inhalte – des Bewussten und
Unbewussten – durch die zumeist reduzierten, während des Malprozesses nahezu intuitiven
Pinselstriche transportiert werden können, verbinden moseke&pelda „äußeres Sehen“
mit „innerem Schauen“:
„Ein Aktportrait zeigt mehr als das Äußere einer Person, es soll den Menschen in seiner
Gesamtheit erfassen. Es ist mehr als nur ein schöner Körper: es ist eine persönliche Geste,
eine intime Pose oder eine scheinbar flüchtige Bewegung, ein Tänzer im Tanz, eine
Schlafende im Schlaf, ein Schrei, ein Blick, ein Kuss, ein Lachen…“ (M. Pelda)
Die Modelle der Sessions finden ihre Maler auf unterschiedlichen Wegen und begeben sich
mutig in die stimmungsvoll-intime Atelieratmosphäre, um vor allem: sich selbst zu begegnen.
Erstes Zeugnis der komplexen Aktportraitmalerei ist immer die klare Entscheidung für die
eigene Authentizität des Modells bzw. der Modelle.
Verhältnisse (Bindungen und Trennungen) werden sichtbar.
Sie bilden – wie aus sich selbst heraus – die Spannung des Akts.
Das der Klassischen Malerei entstammende Künstlerduo zieht gleichsam Modell wie
Betrachter in die Aktion hinein: von der Energie des Augenblicks erzählen uns die Intensität
der Farben und der Aufbau des Bildraums. Tiefen- und Entfernungsreize umreißen
dimensional das Geschehen und bewegen die Szene. Wechselhaft dezente und starke
Farbfelder aus Öl, Kohle, Tusche, Lack, Acryl werden zu Flächen menschlicher Haut und
emotionaler Identität. Das Bild entsteht in einem Moment – der Prozess wirkt nach.
Die Stoßkraft der Intimität, die Selbstwirksamkeit des Seins in der Welt finden wir auch in den
konzeptionell-abstrakten Werkreihen, an denen Mathias Pelda und Matthias Moseke seit fast
zehn Jahren gemeinsam arbeiten. Fragen wie „Kann ich als Singular mich in dieser Welt
begreifen?“ und „Ist es möglich, die Malerei in konstruktiver Anarchie zu leben?“ werden nicht
monumentalisiert, sondern bewegen sich im Fluss „zeitloser Lebendigkeit“ (Zitat).
Jeder für sich und beide miteinander leben die „künstlerische Entdeckung“, nicht die Einsicht.
Sinnliche Anschauungen, Erfahrungen und Offenheit machen ihr künstlerisches Streben, ihr
Schaffen aus – und stellt beide Maler in einen immerwährenden progressiv-virtuosen Dialog.“

Text: Jana M. Noritsch, Collectors Club Berlin © 2016